Monat: April 2018

Wie Arthur Pepper sich vor seiner Nachbarin versteckte…

…und am Ende doch sein Herz fand von Phaedra Patrick

Der Inhalt

Arthur Pepper geht auf die 70 zu, doch seinen Lebensabend kann er nicht mehr mit seiner Frau Miriam verbringen, da diese gestorben ist. Er flüchtet sich in seiner Trauer in eine einsame Routine, die die Nachbarin Bernadette zu durchbrechen versucht.
Beim Aussortieren der Dinge seiner Frau ist ihm ein Bettelarmband in die Hände geraten, das in einem Stiefel versteckt war. Wieso hat Miriam ihm dieses nie gezeigt? Was sind die Geschichten hinter den Anhängern?
Arthur begibt sich auf Reisen, um das herauszufinden und damit beginnt eine emotionale Achterbahn für ihn.

Die Personen

Arthur Pepper ist mir sehr sympathisch. Zunächst ist er genauso, wie ich mir einen einsamen Mann in seinem Alter vorstelle: Er lässt sich und das Haus gehen, meidet soziale Kontakte und insbesondere die Nachbarin, die es sehr gut mit ihm meint. Sie bringt ihren Sohn häufig mit und Arthur kommt den beiden innerhalb der Geschichte näher. Ebenso seinen eigenen Kindern, um die er sich wieder bemüht.

Die Menschen, die Arthur auf seinen Reisen kennenlernt sind sehr interessante Persönlichkeiten und ich möchte keine Erfahrung, die ich mit Arthur machen durfte, missen.

Das Fazit

Den Einstieg empfand ich etwas zäh, doch sobald Arthur auf seine Reise geht wird es turbulent. Ich wollte durchgehend mit ihm die Geheimnisse zu den Anhängern lüften und ich bin froh, dass er dies bis zum Schluss durchgehalten hat. Ihn zu begleiten hat sich definitiv gelohnt. Seine Entwicklung war schön zu lesen. Das Einzige, was mich etwas störte, waren die teilweise unnatürlichen Dialoge. Dennoch ist die Geschichte rund um Arthur Pepper ein angenehmes Buch zum Zeitvertreib.

Auf einen Blick

Wie Arthur Pepper sich vor seiner Nachbarin versteckte
und am Ende doch sein Herz fand
von Phaedra Patrick
Übersetzt von Beate Brammertz und Ute Brammertz
btb Verlag
384 Seiten, 10 €
Erschienen am 9. Januar 2018

Die Liebe ist ein schlechter Verlierer

Die Liebe ist ein schlechter Verlierer

Der Inhalt

,,Die Liebe ist ein schlechter Verlierer” von Katie Marsh handelt von dem Paar Hannah und Tom. Hannah ist nicht glücklich in der Beziehung und hat ihren Freund bereits betrogen, als dieser einen Schlaganfall erleidet. Dieser weiß es jedoch nicht und Hannah übernimmt dennoch Toms Pflege, obwohl sie hierfür ihre eigenen Träume aufschieben muss. Hierbei kommen sich die beiden wieder näher.

Der Aufbau

In der auktorialen Erzählperspektive schildern die Kapitel abwechselnd Passagen aus der Vergangenheit, sowie die aktuellen Geschehnisse des Ehepaars. Diese Wechsel sind für mich keineswegs verwirrend gewesen, sondern hilfreich, um die Personen besser zu verstehen. Allerdings wurden viele Aspekte betrachtet, die für die Handlung unerheblich waren.

Fazit:

Beurteile ein Buch nie anhand des Covers!
Wegen der hübschen Optik habe ich auch viel vom Inhalt erwartet: Regen und Sonnenschein, am besten abwechselnd. Doch ich wurde etwas enttäuscht. Der Roman berührt mich nicht, da mir die Personen nicht sympathisch sind. Vor allem Toms kleine Schwester kommt sehr oft vor und sie ist ein sehr schwieriger Charakter, der mich einfach gestört hat. Die 411 Seiten hätte man sicher komprimieren können und die Handlung auf die problematische Ehe beschränken können. Ein Pluspunkt ist das offene Ende, dass ein Happy End andeutet.

Das Buch bekommt von mir keine Kaufempfehlung- “Ein ganzes halbes Jahr” von Jojo Moyes finde ich thematisch vergleichbar und empfehlenswerter.

 

Auf einen Blick

Die Liebe ist ein schlechter Verlierer von Katie Marsh
Taschenbuch: 432 Seiten
Verlag: Diana Verlag (9. Januar 2018)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 345335902X
ISBN-13: 978-3453359024
Originaltitel: My Everything
Übersetzt von Angelika Naujokat

Ich danke randomhouse für das Überlassen des Rezensionsexemplares.

Der 50-Jährige..

Mikael Bergstrand- Der 50-Jährige,….

…der den Hintern nicht hochbekam, bis ihm ein Tiger auf die Sprünge half

Der Inhalt

Göran Borg ist ein Mittfünfziger aus Malmö, der seit 10 Jahren von seiner Frau Mia getrennt ist. Dennoch macht es ihm zu schaffen, dass sie einen neuen Mann hat, der auch noch makellos zu sein scheint. Soziale Kontakte gestalten sich für ihn schwierig und seine Arbeit als Texter in einer Werbeagentur gefällt ihm auch nicht. Seine Tochter Linda rät ihm zu einer Therapie, in der er die Aufgabe bekommt, Kontakte zu knüpfen. In Folge dessen lernt er Sven kennen, der sich als homosexuell entpuppt. Damit kommt Göran nicht zurecht und weil es ihm unmöglich erscheint, Sven darauf anzusprechen, flüchtet er sich nach Indien zu seinem besten Freund.

Meine Meinung

Die Handlung verläuft so schleppend, wie der Titel selbst es ist.
Auf Grund des Klappentextes dachte ich, dass das Buch in Indien spielt, doch bevor es dazu kommt, muss sich der Leser bis Seite 90 quälen, wo ausschweifend Inhalte in die Länge gezogen werden, die für die weitere Handlung nicht in einem solchen gedehnten Ausmaß relevant sind. In Indien wird es schließlich doch noch aufregend, aber wieso ist Göran der Protagonist? Mit Yogi in der Hauptrolle stelle ich mir den Roman viel interessanter vor, da sein Leben mehr hergibt und er besondere Charaktereigenschaften hat, die ihm einen Charme verleihen, der Göran gänzlich fehlt.

Mich hat der Humor nicht erreicht und daher kann ich den Roman nur eingeschränkt empfehlen. Das sensationelle Cover verspricht mehr, als das Buch tatsächlich bietet.

Auf einen Blick

Mikael Bergstrand
Der 50-Jährige, der den Hintern nicht hochbekam,
bis ihm ein Tiger auf die Sprünge half
448 Seiten
Übersetzung: Allenstein, Ursel
Verlag: BTB,
ISBN-10: 344275450X
ISBN-13: 9783442754502
Erscheinungsdatum: 25.04.2016

Alles zählt

Alles zählt- Verena Lueken

Der Inhalt

Die deutsche Autorin lebt in New York, wo ihr das dritte Mal Krebs diagnostiziert wird. Die Geschichte zeigt die Machtlosigkeit der Kranken, der sie sich jedoch nicht ergibt. Sie lässt ihre Gedanken um den Tod schweifen, über Berührungspunkte mit ihm in ihrem Leben, und damit einhergehend denkt sie ganz viel an ihre bereits verstorbene Mutter. Die Geschichte ist hierbei aber nicht traurig, sondern eher trotzig gegenüber dem Tod.

 

Meine Meinung

Der Roman legt wortkarg und gefühlsarm die Unbarmherzigkeit des Todes nahe.
,,Alles zählt” an sich hat mich unberührt gelassen, jedoch nicht die vielen Weisheiten, die sich darin finden.

Zum Beispiel fand ich die Kleinigkeit interessant, dass die Nachkriegsgeneration noch immer Nachrichten hört. Die Menschen nahmen sich Zeit um zu wissen, ob sich der Frieden in der Welt durchsetzte.

Des Weiteren werden Generationsunterschiede durch Dinge aufgezeigt, wie die Feststellung, dass die Liebe zum Vater ,,auch die Hundepeitsche ihr nicht austrieb”. So wird vieles über Erziehung, Beziehung und Liebe zwischen Eltern und Kindern vermittelt.

Die Mutter der Protagonistin war eine starke Persönlichkeit. ,,Rebellin und die perfekte Hausfrau”.
Sie genoss das Leben in vollen Zügen und ihr Mut und ihre Tapferkeit tun auch der Tochter gut: Wenn es ihr scheußlich geht, erinnert sie sich zurück, wie die Mutter ihr beibrachte die Natur zu lieben. Diese Naturverbundenheit hilft der Kranken mit ihrem Leid.

Die Erzählung über Schmerz, Trauer und Angst ist so tiefgründig, wenn es dem Leser gelingt sich darauf einzulassen. Ich habe das Potenzial des Buches erst beim zweiten Lesen erkannt.

Was mir fehlt ist ein Funken Humor der Protagonistin, das hätte sie und die gesamte Handlung lebendiger gemacht. So lässt sich die Handlung mit dem Cover vergleichen: Schlicht, unaufgeregt, beinahe nichtssagend.

 

 

Auf einen Blick

Preis: EUR 18,99

Verena Lueken
Alles zählt
Kiepenheuer&Witsch
ISBN: 978-3-462-04797-4
Erschienen am: 17.08.2015

Der Junge im gestreiften Pyjama

Der Junge im gestreiften Pyjama von John Boyne

Der Junge im gestreiften Pyjama wird vom Autor John Boyne selbst als eine Fabel bezeichnet.

Die Schrecken des Holocaust werden anhand der Geschichte von den Jungen Bruno und Schmuel erzählt. Die beiden freunden sich über einen Zaun hinweg an und begreifen in ihrer kindlichen Naivität nicht, wieso ihre Leben grundverschieden sind, wo sie doch beinahe gleich sind und sich so gut verstehen.

Wie im Holocaust üblich gibt es kein Happy End, sondern einen Schluss, der ans Herz geht und im Kopf bleibt.

Etwas so Grausames darf nie mehr geschehen, und daher möchte ich dieses Buch ohne viele Worte mit euch teilen.

Auf einen Blick

John Boyne
Der Junge im gestreiften Pyjama
Roman
Originalsprache: Englisch
Übersetzt von: Brigitte Jakobeit
Preis € (D) 8,99
ISBN: 978-3-596-80683-6
Fischerverlage