Monat: Februar 2018

Familie der geflügelten Tiger

Familie der geflügelten Tiger – Paula Fürstenberg

In ihrem Roman „Familie der geflügelten Tiger” erzählt Paula Fürstenberg aus dem Leben von Johanna Haller.

Diese ist erst kürzlich bei ihrer Mutter Astrid ausgezogen. Von Löcknitz verschlug es sie nach Berlin für die Ausbildung zur Straßenbahnfahrerin.

Jetzt besucht Johanna ihre Mutter erstmals in Berlin und auf dem Anrufbeantworter wartet eine Nachricht auf sie. Ihr Vater Jens hat mit brüchiger Stimme und kryptischen Sätzen draufgesprochen.

Ihr Vater ist Johanna fremd. Es ist das erste Mal, dass sie etwas von ihm hört.
Wieso ist sie ohne Vater aufgewachsen? Wieso hat er sie verlassen? Hat die DDR was damit zu tun?

Johanna hat viele Fragen, auf die sie noch mehr Antworten bekommt.

In einer Familie gibt es keine Wahrheit,

es gibt nur Geschichten.

Sie trifft auf ihren im Sterben liegenden Vater, lernt ihre Halbschwester kennen und auch ihre Großmutter. Johanna erkennt, dass jeder seine eigene Version der Dinge hat, um sich damit im Leben einzurichten und, dass es letztlich mehr darum geht, als um die Wahrheit.

Fazit

Der Roman ist ein eher leises Buch, das sehr unaufgeregt die Vielschichtigkeit der familiären Vergangenheit aufzeigt. Dennoch kommt unterschwellig der Humor der Protagonistin durch.

Ich fand es zwischendrin jedoch zäh, weil die Protagonistin so passiv ist. Für Gefühlsausbrüche hätte sie schließlich jeden Grund. Außerdem habe ich gehofft mehr über die DDR zu erfahren. Zwar spielt sie eine dominante Rolle, doch eher die Sache an sich, als damit einhergehende Details und Hintergrundwissen.

„Familie der geflügelten Tiger” ist durchweg monoton und ohne Höhepunkt von der ersten bis zur letzten Seite.

Das Buch ist inhaltlich absolut kein Muss. Der Schreibstil von Paula Fürstenberg hat mir dennoch zugesagt, sodass ich bestimmt noch einmal einem ihrer Bücher eine Chance geben werde.

Auf einen Blick

Familie der geflügelten Tiger
Paula Fürstenberg
Kiepenheuer & Witsch
ISBN: 978-3-462-04875-9
Erschienen am: 11.08.2016
240 Seiten
5zutatenfürdieliebe

Pasta Mista- 5 Zutaten für die Liebe

Als Blogger-Willkommensgeschenk habe ich von Carlsen den Jugendroman ,,Pasta Mista: 5 Zutaten für die Liebe” von Susanne Fülscher erhalten.
Vielen Dank dafür!

Für das Buch habe ich mich wegen der Gestaltung des Covers entschieden. Es ist herrlich verspielt und auch der Titel hat mein Interesse geweckt.

Der Inhalt

Liv ist 15 und lebt mit ihrer Mutter zusammen. Die beiden sind ein super Team, weshalb Liv ziemlich enttäuscht ist, als sie vor vollendete Tatsachen gestellt wird. Ihre Mutter hat die Beziehung zu dem Italiener Roberto nicht erwähnt und jetzt lernen sie sich unerwartet kennen. Zum nachfolgenden Essen bringt Roberto seine Kinder Angelo und Sonia mit.

Bei diesem ersten Essen lässt Liv kein Fettnäpfchen aus, denn Angelo mit seinen nougatbraunen Augen und seinen wilden Locken lässt ihre Gefühle richtig Achterbahn fahren.

Liv ist eine typische 15-Jährige, voller Selbstzweifel, auch wegen fehlender Jungs-Erfahrung. Um diese nicht vor dem süßen Angelo und seiner perfekten Schwester zugeben zu müssen, muss kurzerhand Nick, ein Freund aus dem Kochkurs, als Alibi-Freund herhalten, was alles noch komplizierter macht.

Die Familien ziehen erstmal auf Probe zusammen und trotz diverser Startschwierigkeiten ergibt sich mit der Zeit eine positive Bindung zwischen allen Beteiligten.

Liv und ihre Freundinnen

Liv Grete ist eine sehr angenehme Hauptperson. Sie hat zwar Probleme, sich auf die Patchwork-Familie einzulassen, aber sie geht sehr reif damit um. Mir sympathisiert sehr, dass sie nicht rebelliert, obwohl sie gekränkt ist. Sie reflektiert das Geschehen und bemüht sich sehr, ihrer Mutter das Glück nicht zu vermiesen.

Unterstützend hierbei sind Livs  beste Freundinnen, Franzi und Pauline. Sie sind immer erreichbar und für Liv da. Auch, wenn sie nicht immer helfen können.

Das Besondere an Franzi ist, dass sie das Verhalten anderer psychologisiert. Außerdem hat sie eine Kristallkugel, in der sie meint zukünftige Entwicklungen sehen zu können. Franzi legt keinen Wert auf Oberflächlichkeiten, im Gegensatz zu Pauline.

Diese lebt mit ihrer Mutter zusammen, die nichts gegen Übernachtungen der Freundinnen hat. Pauline ist sehr mädchenhaft, was sich in ihrem pink-rosa Zimmer und ihrem Kleidungsstil zeigt. Liv bezeichnet sie auch als tussihaft, was sie als unangenehm empfindet, doch ihr nicht vorwurfsvoll sagt. Lediglich diplomatisch und liebevoll kritisiert sie Paulines Hang, bei Jungs und Alkohol ihre Grenzen nicht zu wahren.

Die Akzeptanz der individuellen Besonderheiten kennzeichnet die Freundschaft der Mädchen.

Das Kochen

Wie der Titel erahnen lässt, wird in diesem Roman viel gekocht. Ich finde diese Idee sehr schön, da Essen verbindet. Konkret entsteht Livs Freundschaft zu Nick durch die Leidenschaft des Kochens und auch die zu Roberto. Die beiden haben einen gemeinsamen Nenner, wodurch sich Liv ernst genommen und wertgeschätzt fühlt, wenn sie mit ihm in der Küche steht.

Komplett wird die Thematik durch die Abbildungen von Zutaten auf und in dem Buch, sowie durch den Titel, der gegen Ende noch eine tiefere Bedeutung erhält.

Fazit

Liv erinnert mich stark an mein 15-Jähriges Ich, das in ihrer Lebenslage vermutlich nicht so cool geblieben wäre. Ich mag sehr gerne, dass Liv furchtbar normal und unkompliziert ist. Sie vergleicht sich altersentsprechend viel mit anderen, doch letztlich akzeptiert sie sich, wie sie ist. Das ist eine positive Botschaft für heranwachsende Mädchen. Besonders hervorheben möchte ich auch die harmonische Freundschaft der 3 Mädchen, die ohne Drama auskommt.

Ein schöner Roman für junge Leserinnen!

Auf einen Blick

Pasta Mista: Fünf Zutaten für die Liebe
Susanne Fülscher
320 Seiten
ab 12 Jahren
Carlsen
ISBN 978-3-551-65025-2