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erste Liebe

Erste Liebe von Iwan Turgenjew

Der Inhalt

Die autobiografische Liebesgeschichte spielt zwischen einem 16-Jährigen und einer fünf Jahre älteren Frau. Sie wird von dem inzwischen gealterten Wladimir Petrowitsch erzählt, der sich daran in Gegenwart von Freunden zurückerinnert.

Iwan Turgenjew brachte den Bezug zu sich folgendermaßen zum Ausdruck:

Erste Liebe ist am Ende mein Lieblingswerk. Dies ist das Leben selbst.
Das ist nicht erdichtet, das ist erlebt.

Die Geschichte spielt im Sommer 1833 in der Nähe von Moskau. Wladimir ist das einzige Kind seiner Mutter, die zehn Jahre älter als der Vater ist. Wladimirs Verhältnis zu seinen Eltern ist distanziert.
Die Mutter ist gereizt und eifersüchtig, doch zeigt das aus Angst gegenüber dem Vater nicht.
Dieser wird vom Erzähler als ruhig, selbstbewusst und beherrscht beschrieben.

Wladimir hat Zeit, um sich auf die Universität vorzubereiten, doch er wird abgelenkt von unbändigen Gefühlsregungen und Gefühlsschwankungen.
Diese verstärken sich, als er die Tochter seiner neuen Nachbarin, Sinaida, kennenlernt.

Alle Männer begehren sie und scharen sich um sie. Jedem macht sie Hoffnungen, obwohl sie sich nur auf einen einlässt. Ausgerechnet auf Wladimirs Vater.

Die Sprache

Die Ausdrucksweise ist pathetisch und es finden sich viele Naturmetaphern, was mich an ,,Die Leiden des jungen Werther” erinnert hat.

Ich schaute und konnte mich von dem Anblick nicht losreißen: dieses stumme Blitzen, dieses verhaltene Leuchten entsprach, so schien es mir, jenen stummen und verborgenen Ausbrüchen, die auch in meinem Inneren aufflammten. (S. 67)

Dennoch finde ich es für eine überwältigende Liebesgeschichte angemessen und authentisch, zumal der Protagonist dieses Gefühl das erste Mal in seinem Leben verspürt.
Die Ausdrucksweise stellt keine Schwierigkeit zum Verständnis der Handlung dar.

Das Fazit

Erste Liebe ist ein wunderbarer und leicht zu lesender russischer Klassiker, der ausdrucksstark eine ungewöhnliche und ungleiche Liebesgeschichte beinhaltet.

Auf einen Blick

Erste Liebe von Iwan Turgenjew
Seitenzahl 210
Erscheinungsdatum 1986
Sprache Deutsch, Russisch
ISBN 978-3-15-001732-6
Verlag Philipp Reclam Jun.
Übersetzer Kay Borowsky

5zutatenfürdieliebe

Pasta Mista- 5 Zutaten für die Liebe

Als Blogger-Willkommensgeschenk habe ich von Carlsen den Jugendroman ,,Pasta Mista: 5 Zutaten für die Liebe” von Susanne Fülscher erhalten.
Vielen Dank dafür!

Für das Buch habe ich mich wegen der Gestaltung des Covers entschieden. Es ist herrlich verspielt und auch der Titel hat mein Interesse geweckt.

Der Inhalt

Liv ist 15 und lebt mit ihrer Mutter zusammen. Die beiden sind ein super Team, weshalb Liv ziemlich enttäuscht ist, als sie vor vollendete Tatsachen gestellt wird. Ihre Mutter hat die Beziehung zu dem Italiener Roberto nicht erwähnt und jetzt lernen sie sich unerwartet kennen. Zum nachfolgenden Essen bringt Roberto seine Kinder Angelo und Sonia mit.

Bei diesem ersten Essen lässt Liv kein Fettnäpfchen aus, denn Angelo mit seinen nougatbraunen Augen und seinen wilden Locken lässt ihre Gefühle richtig Achterbahn fahren.

Liv ist eine typische 15-Jährige, voller Selbstzweifel, auch wegen fehlender Jungs-Erfahrung. Um diese nicht vor dem süßen Angelo und seiner perfekten Schwester zugeben zu müssen, muss kurzerhand Nick, ein Freund aus dem Kochkurs, als Alibi-Freund herhalten, was alles noch komplizierter macht.

Die Familien ziehen erstmal auf Probe zusammen und trotz diverser Startschwierigkeiten ergibt sich mit der Zeit eine positive Bindung zwischen allen Beteiligten.

Liv und ihre Freundinnen

Liv Grete ist eine sehr angenehme Hauptperson. Sie hat zwar Probleme, sich auf die Patchwork-Familie einzulassen, aber sie geht sehr reif damit um. Mir sympathisiert sehr, dass sie nicht rebelliert, obwohl sie gekränkt ist. Sie reflektiert das Geschehen und bemüht sich sehr, ihrer Mutter das Glück nicht zu vermiesen.

Unterstützend hierbei sind Livs  beste Freundinnen, Franzi und Pauline. Sie sind immer erreichbar und für Liv da. Auch, wenn sie nicht immer helfen können.

Das Besondere an Franzi ist, dass sie das Verhalten anderer psychologisiert. Außerdem hat sie eine Kristallkugel, in der sie meint zukünftige Entwicklungen sehen zu können. Franzi legt keinen Wert auf Oberflächlichkeiten, im Gegensatz zu Pauline.

Diese lebt mit ihrer Mutter zusammen, die nichts gegen Übernachtungen der Freundinnen hat. Pauline ist sehr mädchenhaft, was sich in ihrem pink-rosa Zimmer und ihrem Kleidungsstil zeigt. Liv bezeichnet sie auch als tussihaft, was sie als unangenehm empfindet, doch ihr nicht vorwurfsvoll sagt. Lediglich diplomatisch und liebevoll kritisiert sie Paulines Hang, bei Jungs und Alkohol ihre Grenzen nicht zu wahren.

Die Akzeptanz der individuellen Besonderheiten kennzeichnet die Freundschaft der Mädchen.

Das Kochen

Wie der Titel erahnen lässt, wird in diesem Roman viel gekocht. Ich finde diese Idee sehr schön, da Essen verbindet. Konkret entsteht Livs Freundschaft zu Nick durch die Leidenschaft des Kochens und auch die zu Roberto. Die beiden haben einen gemeinsamen Nenner, wodurch sich Liv ernst genommen und wertgeschätzt fühlt, wenn sie mit ihm in der Küche steht.

Komplett wird die Thematik durch die Abbildungen von Zutaten auf und in dem Buch, sowie durch den Titel, der gegen Ende noch eine tiefere Bedeutung erhält.

Fazit

Liv erinnert mich stark an mein 15-Jähriges Ich, das in ihrer Lebenslage vermutlich nicht so cool geblieben wäre. Ich mag sehr gerne, dass Liv furchtbar normal und unkompliziert ist. Sie vergleicht sich altersentsprechend viel mit anderen, doch letztlich akzeptiert sie sich, wie sie ist. Das ist eine positive Botschaft für heranwachsende Mädchen. Besonders hervorheben möchte ich auch die harmonische Freundschaft der 3 Mädchen, die ohne Drama auskommt.

Ein schöner Roman für junge Leserinnen!

Auf einen Blick

Pasta Mista: Fünf Zutaten für die Liebe
Susanne Fülscher
320 Seiten
ab 12 Jahren
Carlsen
ISBN 978-3-551-65025-2
Lonely

So lonely von Per Nilsson – Rezension

So lonely auf einen Blick:

Titel: So Lonely
Erscheinungsjahr: 1996
Verlag Friedrich Oetinger
175 Seiten
übersetzt  von Birgitta Kicherer

Darüber, ob man weiterliest oder das Buch wieder zurücklegt, entscheidet in der Regel der erste Satz. Hier ist das anders, denn hier fesselt schon das Inhaltsverzeichnis!

Das erste Kapitel von So lonely heißt „Was du gesehen und gehört hättest (1)“  und das letzte „Was du gesehen und gehört hättest (2)“.

Was dazwischen passiert klingt so geheimnisvoll und spannend wie es ist.

Die Handlung spielt in Schweden, wo ihm das rothaarige Mädchen mit der moosgrünen Jacke auf dem Schulweg im Bus aufgefallen ist. Ihm, das ist der Protagonist.

Wie soll ich ihn nennen?
Ich nenne ihn: Er.
Dritte Person Singular maskulinum.
Er.

Sie, das ist Ann -Katrin , alias Herztrost, weil sie seines Herzens Trost ist.
Doch dann geht er für einen Monat in die USA .
Er schreibt ihr Briefe, aber als er wieder zurück ist, ist aus Herztrost Herzschmerz geworden.

Was macht so lonely so besonders?

Die erste Liebe wird oft thematisiert, doch seltener so schonungslos ehrlich aus der Sicht eines Jungen. Es geht um die Unsicherheiten, die er durchlebt, sowie um das Versagen seiner Vernunft und Rationalität. Die Dialoge der beiden sind unterhaltsam, doch der Leser versteht mehr, als der durch seine Sinne benebelte, namenlose Protagonist.  Er leidet und jeder, der schon einmal gelitten hat, wird seinen Schmerz teilen.

So lonely wird zu Nie wieder lonely

Mit „Was du gesehen und gehört hättest (2)” musst du dich nicht zufrieden geben, denn es gibt eine lohnenswerte Fortsetzung! Die Rezension zu Per Nilssons Nie wieder lonely gibt es demnächst hier.